E-Mobilität

Eine unserer Aufgaben ist die Ermöglichung der Installation von Ladeinfrastruktur für E-Mobilität. Wir verstehen uns als Partner der Elektroplaner und -installateure, treten hier in einen stetigen Erfahrungsaustausch und werden gemeinsam nach Anschlusskonzepten suchen. Auf dieser Seite finden Sie Informationen über die einzureichenden Unterlagen sowie Anforderungen an die Installation von Ladeinfrastruktur.

Klären Sie zuerst die technischen Voraussetzungen an Ihrem Netzanschluss

Ein Elektroinstallateur oder Elektroplaner kann Sie bei diesem Schritt unterstützen. Er wird die Möglichkeiten der Installation von Ladeinfrastruktur prüfen, indem er u. a. den Gesamtleistungsbedarf des Netzanschlusses und die bestehende Absicherung ermittelt. Bitte beachten Sie, dass nur ein in unser Installateurverzeichnis eingetragenes Installationsunternehmen Arbeiten an elektrischen Anlagen durchführen darf.

Reichen Sie die korrekten Unterlagen ein

Sind die Anforderungen am Netzanschluss geklärt und liegen konkrete Pläne zur Installation der Ladeinfrastruktur vor, können Sie die Antragsunterlagen zusammenstellen.

Der Hausanschluss ist für die Beurteilung relevant, ob es sich um anzeige- oder genehmigungspflichtige Ladeinfrastruktur handelt. Ladeeinrichtungen sind demnach dann anzeigepflichtig, wenn die Summenbemessungsleistung aller hinter dem Hausanschluss installierten Ladeeinrichtungen 12 kVA Ladeleistung nicht übersteigt.

Anzeigepflichtige Ladeinfrastruktur

Genehmigungspflichtige Ladeinfrastruktur

Vor der Installation

Datenblatt „Ladeeinrichtungen für Elektrofahrzeuge“

Datenblatt „Ladeeinrichtungen für Elektrofahrzeuge“

Anmeldung zum Anschluss an das Niederspannungsnetz (AAN)

Lageplan

Nach der Installation

Fertigstellungsanzeige

Übersteigt die Summenbemessungsleistung aller Ladeeinrichtungen hinter dem Hausanschluss jedoch 12 kVA Ladeleistung, handelt es sich bei jeder weiteren zu installierenden Ladeeinrichtung hingegen um eine genehmigungspflichtige Ladeeinrichtung. Hierfür ist rechtzeitig vor der Installation der Ladeeinrichtung die Zustimmung des Netzbetreibers einzuholen.

Ein praktisches Beispiel: In Ihrer Garage ist bereits eine Ladeeinrichtung mit 11 kVA Ladeleistung installiert, welche zunächst als anzeigepflichtig gilt. Der Zubau einer weiteren Ladeeinrichtung über 1 kVA Ladeleistung (z. B. eine 3,5-kVA-Wallbox) führt dazu, dass die zweite Ladeeinrichtung unter die Genehmigungspflicht durch den Netzbetreiber fällt. Der Netzbetreiber darf in diesem Fall im Ergebnis seiner netztechnischen Beurteilung weitere Vorgaben zur Installation machen.

Bitte beachten Sie in jedem Fall, uns die Installation der Anlage über eine Fertigstellungsanzeige zu bestätigen. Hierzu können Sie unser Formular AAN nutzen und dort im oberen Bereich „Fertigstellung / Inbetriebsetzung“ ankreuzen.

Sonderfall: Mittelspannung

Für über einen Mittelspannungsanschluss betriebene Ladeeinrichtungen gilt eine generelle Anzeigepflicht. Zudem besteht eine Genehmigungspflicht für Ladeeinrichtungen ab einer Summenbemessungsleistung von 50 kW.

Steuerbarkeit und Messsystem

Übersteigt die Ladeleistung der Ladeeinrichtungen am Hausanschluss den Grenzwert von 12 kVA, ist eine Steuerbarkeit des Ladestroms erforderlich. Bitte weisen Sie uns diese Steuerbarkeit der Ladeeinrichtung/en (z. B. im Messkonzept) nach.

Bitte beachten Sie, dass die Referenz für die Pflicht der Steuerbarkeit nicht die einzelne Ladeeinrichtung ist, sondern die Ladeleistung, die über einen Netzverknüpfungspunkt bezogen wird. Das bedeutet in Anlehnung an das oben genannte Beispiel, dass bei Installation von zwei Ladeeinrichtung mit einer Ladeleistung von jeweils 11 kVA beide steuerbar sein müssen.

Wir empfehlen Ihnen, einen separaten Zähler für Ladeeinrichtungen zu setzen. Nur auf diese Weise kann unser gesondertes Entgelt für unterbrechbare Verbrauchseinrichtungen gewährt werden. Im Preisblatt können Sie unter Abschnitt 2.2 „Netzentgelte für Entnahme durch Speicherheizung oder anderen unterbrechbaren Verbrauchseinrichtungen“ den vergünstigten Preis einsehen. Des Weiteren wird nur durch den Einbau eines separaten Zählers ermöglicht, besondere Tarifangebote für E-Mobilität in Anspruch zu nehmen. Darüber hinaus empfehlen wir Ihnen, sofern Sie bereits unterbrechbare Verbrauchseinrichtungen (Wärmepumpe, Nachspeicheranlage, etc.) installiert haben, im Hinblick auf die Tarifierung, Steuerbarkeit der Anlage und den gesonderten Netzentgelten einen separaten Zähler für die Ladeeinrichtungen zu setzen.

Ihr Installateur muss einen zweiten Zählerplatz im Zählerschrank vorsehen, damit dort - ggf. später - das intelligente Messsystem eingebaut werden kann, über das der Ladestrom gemessen wird. Zudem empfehlen wir Ihnen, zusätzlich zur Stromleitung vom Zählerplatz bis zur Ladeeinrichtung ein Kommunikationskabel oder ein Leerrohr legen zu lassen.

Zur besseren Verständlichkeit dient nachfolgendes Beispiel:

Grundsätzlich gilt, dass Ladeeinrichtungen mit einer Summenbemessungsleistung größer als 12 kVA steuerbar sein müssen. Hinter einem herkömmlichen Haushaltszähler wird eine 11-kW-Wallbox installiert. Es wird demzufolge kein separater Zähler gesetzt. Wichtig ist aber, dass es sich gemäß §14a EnWG in diesem Beispiel nicht um eine steuerbare Verbrauchseinrichtung im Sinne des Gesetzes handelt, da kein separater Zähler gesetzt wurde. Das bedeutet, dass wir in diesem Fall kein vermindertes Netzentgelt gewähren, die Anlage dennoch steuerbar sein muss. Das Gesetz fordert explizit einen separaten Zählpunkt für die Inanspruchnahme eines gesonderten Netzentgelts.

Lademanagement

Bei der Installation von zwei und mehr Ladepunkten und einer Summenbemessungsleistung größer als 12 kVA fordern wird zusätzlich die Installation einer Wirkleistungssteuerung (Lademanagement). Dies wird zukünftig insbesondere für Mehrfamilienhäuser und Wohnanlagen Standard.

Bearbeitungsfrist und Umsetzung

Die maximale Bearbeitungszeit Ihres Antrags beträgt gemäß Niederspannungsanschlussverordnung zwei Monate. Nachdem Sie von uns eine Genehmigung der Installation erhalten haben, können Sie Ihren Elektroinstallateur oder Planer mit der Installation der Ladeeinrichtung beauftragen.

Sind die vorbereitenden Arbeiten abgeschlossen, wird uns der Installateur im Falle eines separaten Zählers mit der Zählersetzung beauftragen. Nach § 14a EnWG wird Ihnen schließlich für den Strombezug ein reduziertes Netzentgelt gewährt.

Welche weiteren Hinweise gilt es zu beachten?

Wir raten dringend vom Laden des Elektrofahrzeugs über eine Schutzkontaktsteckdose (SchuKo-Stecker) ab. Durch diesen Lademodus entsteht eine Dauerbelastung und eine damit verbundene thermische Belastung des Kabels, was zum Kabelbrand führen kann. Möchten Sie Ihr Elektrofahrzeug dennoch über eine Schutzkontaktsteckdose laden, weisen wir darauf hin, dass die thermische Belastbarkeit der Anlage durch einen Installateur geprüft werden muss.

Viele Elektrofahrzeuge laden nur mit einer der drei verfügbaren Phasen. Alle Fahrzeuge am Markt nutzen dafür dieselbe Phase. Nach geltenden Regeln der Technik sind die Phasen im Netz aber gleichmäßig zu belasten. Wir empfehlen daher bei einzelnen Ladeeinrichtungen einen Phasenwähler. Bei mehreren Ladeeinrichtungen in einem Objekt sind die Phasen zyklisch zu tauschen, damit nicht nur L1 belastet wird!

Aus den Diskussionen mit den Verbänden (DKE, ZVEH, ZVEI) empfiehlt sich - auch bei der Installation kleinerer Ladeeinrichtungen - immer ein 5-poliges Kabel vom Zählerschrank zum Anschluss eines Ladepunktes zu verlegen, damit die Nachrüstung eines Phasenwählers oder ein späteres 3-phasiges Laden möglich ist.

Weiterhin sind die besonderen Anforderungen für den Zählerplatz im Hinblick auf Dauerstrombelastung (max. 32 A, 3-phasig) und die Wärmeentwicklung (Grenzübertemperatur des Zählerschrankes) zu beachten. Bei Anlagen größer 44 A sind halb-indirekte Messungen einzusetzen. Bei der Nachrüstung in bestehenden Anlagen ist nach TAR NS (Abschnitt 4.4) zu prüfen, ob eine Umrüstung möglich bzw. zulässig ist.


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